Brasilien und die Sklaverei – Brazil: An Inconvenient History [Doku]
Brazil, An Inconvenient History: wahrlich eine treffende Bezeichnung. Ist doch die Haltung von Sklaven und der Handel mit ihnen eines der grausigsten Kapitel in Brasiliens Vergangenheit. Die Dokumentation „Brazil: An Inconvenient History“ (Brasilien eine unbequeme Geschichte) arbeitet genau diesen Teil der brasilianischen Geschichte auf.
Es ist heute kaum mehr vorstellbar, jemanden zu Besitzen uns ihn als sein Eigentum zu betrachten. Aber genau das ist es, was Sklaverei bedeutete. Während mehreren Jahrhunderten importierte Brasilien viele Millionen Menschen aus Afrika. Diese Afrikaner wurden mit Gewalt ihrer Heimat beraubt, verschleppt, entwürdigt und zu Leibeigenen gemacht. In Brasilien arbeiteten viele von ihnen auf den Zuckerrohrplantagen oder in Mienen. Andere wurden als Haussklaven gehalten und mussten im Haus ihres Besitzers Hausarbeiten verrichten.
Online Video – Brazil: An Inconvenient History
Mehr Sklaven als die USA
Brasilien hat weltweit die höchste Population an Nachkommen von Sklaven, grösser noch als die USA. Der 13. Mai 1888 gilt als ein historisches Datum in der Gesichte des brasilianischen Sklavenhandels. Es war Prinzessin Isabel, die letzte Kronprinzessin von Brasilien und Tochter des brasilianischen Kaisers Peter II. de Bragança, die im Jahre 1888 ihre Unterschrift unter ein Dokument setzte, welches das faktische Aus für die Sklaverei besiegelte. Ein wahrlich abscheuliches Kapitel wurde somit offiziell geschlossen. Der Kampf gegen die Seuche Sklaverei war damit aber noch längst nicht beendet.
Nordamerika ist bekannt für seine Sklaven-Vergangenheit, Brasilien soll, laut dem Einführungsprolog, Zehn Mal mehr Sklaven importiert haben. Die Dokumentation „Brazil: An Inconvenient History“ geht der Frage nach wie Brasilien zu einem der bedeutendsten Importeuren von Sklaven werden konnte und wieso es bis heute für viele ein Tabu ist, darüber zu sprechen. Es kommen zahlreiche Historiker, wie z. B. Joao Jose Reis der Universität von Bahia zu Wort.
Modernesklaverei in Brasilien
Längst ist die Sklaverei in Brasilien abgeschafft, bedeutet das legale Halten von Sklaven ist nicht mehr möglich. Aber die pure Tatsache, dass etwas verboten ist, heisst noch lange nicht, dass es deswegen nicht praktiziert wird. Auf tageschau.de wurde vor ziemlich genau einem Jahr eine Reportage mit dem Titel „Brasilien im Kampf gegen die Sklaverei – Auf Sklavensuche in Brasilien“ veröffentlicht. Reporter aus dem ARD Studio in Rio de Janeiro haben sich auf die Suche nach Sklaven gemacht und sie sind fündig geworden. Laut Schätzungen sollen in Brasilen immer noch mehrere 10`000 Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen leben.
In Pará, dem zweitgrössten Bundesstaat Brasiliens, beuten Grossgrundbesitzer Menschen als kostenlose Arbeitskräfte aus. Die brasilianische Regierung versucht, diese Sklaverei zu stoppen, doch die Lobby der Landbesitzer wehrt sich erbittert. Thomas Aders und Daniel Schmidthäussler berichten. Die vollständige Reportage gibt es hier zu lesen.
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