Apr 14, 2010
admin
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Salvador de Bahia in Brasilien

Die heutige Hauptstadt des Staates Bahia, Salvador, war der erste bedeutende Hafen und fast zweihundert Jahre lang Hauptstadt des kolonialen Brasilien. Die Stadt liegt zwischen tropisch-grünen Hügeln und breiten Stränden entlang der Baía de Todos os Santos (Allerheiligenbucht). Sie ist auf zwei Ebenen angelegt: Die Verwaltungsgebäude und Wohngebiete wurden auf dem Hügelland errichtet, die Festungsanlagen, Docks und Lagerhäuser dagegen in den Strandgebieten. Bis heute ist Salvador in eine Ober- und eine Unterstadt geteilt. Von 1500 bis 1815 blieb Salvador der betriebsamste Hafen des Landes. Ein Großteil des Zuckers aus dem Nordosten sowie Gold und Diamanten aus den Bergwerken des Südens nahmen ihren Weg über Salvador. In diesem für die Stadt „Goldenen“ Zeitalter entstanden prächtige Wohnhäuser und Kirchen mit üppigem Goldschmuck. Viele der Barockkirchen, Privathäuser, öffentlichen Plätze und sogar die von Hand behauenen Pflastersteine sind als Teil des brasilianischen Kulturerbes erhalten geblieben.

Deutlicher als irgendwo sonst im Land ist in Salvador der afrikanische Einfluss auf die brasilianische Kultur spürbar geblieben: Von den scharf gewürzten Speisen, die immer noch mit ihren afrikanischen Namen (Caruru, Vatapá, Acarajé) bezeichnet werden, über die Candomblé-Zeremonien zu Ehren afrikanischer Gottheiten und katholischer Heiliger gleichermaßen, bis zu den Capoeira-Schulen, in denen eine einzigartige afrikanische Form des rituellen Kampfes gelehrt wird.

Bahia ist das Herz Brasiliens. Auf Schritt und Tritt begegnen Sie hier der Kolonialgeschichte: Barockkirchen, alte Gutshöfe und Festungen zeugen vom verflossenen Reichtum der einstigen Kolonialmacht Portugals. Und nirgendwo ist Brasilien afrikanischer  als in Bahia. Die Nachkommenschaft der Sklaven sind stolz auf ihre Herkunft. Alte Traditionen werden bewahrt und gepflegt. Afrikanische Freude an Gesang und Rhythmus bricht durch beim Samba; die Bahianos haben Feuer im Blut. Nicht nur zur Karnevalszeit kocht Bahia im Sambafieber. Und Capoeira  – der mystische Kampftanz – wird keineswegs nur als Touristenspektakel inszeniert. Was immer Sie nennen, ein gehöriger Schuss Afrika ist dabei. Die nahrhafte bahianische Küche ist weltbekannt für ihren fein abgestimmten und abgerundeten Geschmack. Bahias Landschaftsbild ist geprägt durch schwellende Erhebungen, Kurven und geschwungene Linien; feminine, sinnliche Konturen zeichnen die Küstenlienien und Flussläufe nach. Diese natürliche Sinnlichkeit und die Kraft seiner fruchtbaren Erde sind durch die Feder von Bahias berühmtesten Sohn der ganzen Welt zuteil geworden. Jorge Amado, Romancier aus Leidenschaft und Lust, hat unsere Welt bereichert durch epische Schilderungen des Sozialgewebes zwischen den Großgrundbesitzern, ihren schwarzen „Untertanen“ und den glühenden Verfechtern der Unabhängigkeit zur Zeit des großen Kakaobooms. Mit bahianischem Schalk beschreibt er, wie oft die prüde Moral der portugiesischen Aristokraten ein schnelles Opfer afro-indianischer Verführungskünste wurde – und nicht selten die Herrschaftsverhältnisse durch amouröse Avancen der Bediensteten arg durcheinander gerieten … Auch in „Gabriela Zimt und Nelken“, der bekanntesten seiner Novellen, bewegen sich seine Figuren in seiner Heimatstadt Ilhéus, genauer gesagt im Spannungsfeld zwischen Favela und Fazenda, zwischen Arm und Reich und zwischen Altar und Bar.

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Kategorie: Reisen Brasilien

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